Ally sein – nicht nur im Pride Month!

Langsam neigt sich der Juni oder auch Pride-Month dem Ende zu. Doch das heißt noch lange nicht, dass man nur in diesem einen Monat auf die Vielfalt der Geschlechter bzw. Geschlechtsidentitäten und Sexualitäten aufmerksam machen sollte! Wir sollten jeden Tag, das ganze Jahr über, für die Sichtbarkeit dieser Menschen kämpfen.

Da wir alle Allys sein können und so gemeinsam für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans, queeren, inter, asexual und allen anderen marginalisierten Gruppen einstehen können, möchten wir euch heute mal Jessica und Gabi vorstellen. Sie sind Mutter und Tochter und engagieren sich aktiv als Allies in der Community und möchten euch so einen Einblick geben, was man alles selbst bewusst tun kann.

Wir wünschen euch daher ganz viel Freude beim Lesen und hoffen sehr, dass euch das eine oder andere inspiriert!

Stellt euch doch gerne mal direkt vor und was ihr selbst in der LGBTQIA+-Szene macht!

"Wir heißen Gabi und Jessica Forsch und kommen aus der Gegend zwischen Frankfurt und Mainz. In der queeren Szene kennt man uns unter den Namen „Mama Forsch“  (Gabi)  und „Kleine in Blau“ (Jessica). Als Straight Allies unterstützen wir seit bereits 5 Jahren die LGBTQIA+- Community voller Stolz. Gerade bei den unterschiedlichsten CSDs, IDAHOBITAs, Welt-AIDS-Tagen, Drag-Shows und Veranstaltungen sind wir immer mit dabei und unterstützen die Community durch Sichtbarkeit und Women-Power.
2019 durften wir zum CSD Empfang in den Kaisersaal im Frankfurter Römer.
Für ihr Engagement erhielt Jessica 2017 den "Night Queens Fan Pokal“ und 2018 den "Diva Deluxe Mega Fan Preis", beide Preise hat Jessica Walker ihr überreicht. Regelmäßig besuchen wir die unterschiedlichsten Travestie-Shows - vor allem im Rhein-Main-Gebiet. Bei der Wahl zum „Mr Gay Germany“ (ein Wettbewerb der Community, dessen Schwerpunkte neben der Optik vor allem in politischen und gesellschaftliche Themen liegt) wurde Jessica ausgewählt, den Kandidaten ihre Challenge-Preise beim Finale in Köln zu überreichen. Dort durfte Sie unter anderem mit Marcella Rockefeller und Pam Pengco auf der Bühne stehen. Während Jessica die Auftritte der unterschiedlichsten Künstler*innen filmt und diesen das Material auch kostenlos zur Verfügung stellt, sorgt sie so für mehr Sichtbarkeit der unterschiedlichsten Performer*innen, wenn diese dann ihre Shows in den sozialen Medien einstellen. Neben Videobeiträgen sorgt sie so auch für Fotobeiträge.

Aber auch wir selbst posten Bilder und Videos immer wieder auf unseren Facebook- und Instagram Seiten (@19mamaforsch63 und @kleine_in_blau) und informieren so unsere Follower*innen über die Shows und Veranstaltungen.

Wir haben Gracia Gracioso sehr viel zu verdanken. Sie setzt sich sehr für die LGBTQIA+- Community ein. Auf Ihrem TikTok-Account klärt Sie unter anderem über verschiedene Themen auf."

Wie kann man selbst aktiv werden? 

"Für uns hat es einen hohen Stellenwert uns nicht nur während des Pride Month für die Rechte der LGBTQIA+- Community oder der Regenbogen Familien einzusetzen, sondern während des ganzen Jahres.
Unterstützen kann man die queere Szene z.B. mit dem Eintreten oder Unterstützen politischer Parteien, die wiederum in Arbeitsgruppen für LGBTQIA+-Menschen die Rechte unserer Freunde voranbringen. Aber auch Vereine können mit Man- oder Woman-Power oder finanziellen Mitteln unterstützt werden. Bei uns sind dies z. B. Outingblog, Bündnis Akzeptanz und Vielfalt Frankfurt, Schwuguntia e.V. Mainz, AIDS-Hilfen oder die Riccardo Simonetti Initiative. Durch Spenden oder z.B. durch den Kauf von Soli-Bändchen oder -Bären wird auch die LGBTQIA+- Community unterstützt."

Welche weiterführende Lektüre könnt ihr persönlich empfehlen?

"Empfehlenswerte Bücher von unserer Seite aus zum Thema LGBTQIA+- sind unter anderem:

  • „Max findet einen Freund“ von Anna Lisicki-Hehn
  • „Ein Zuhause für Ludwig“ von René Silvergieter Hoogstad
  • „Papa, Papi, Kind: Warum Familie auch anders geht“ von Kevin Silvergieter & René Silvergieter Hoogstad
  • „Mein Recht zu funkeln“ von Riccardo Simonetti
  • „Raffi und sein pinkes Tutu“ von Riccardo Simonetti
  • „Keine Angst in Andersrum“ von Olivia Jones
  • Melationship“ von Diana zur Löwen & Leah Smyra"

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

"Leider nehmen die körperliche und verbale Übergriffe deutschlandweit immer mehr zu. Auch wir mussten bereits verbale Attacken über uns ergehen lassen. Es ist traurig zu sehen, wenn gleichgeschlechtliche Paare sich nicht trauen Hand in Hand durch die Stadt zu laufen, da sie immer wieder mit der Angst leben müssen, hierfür Spott oder Beleidigungen ertragen zu müssen.
 
Die Änderung des Artikel 3 im Grundgesetz ist uns ebenfalls sehr wichtig. Wir wünschen uns, dass alle Menschen gleich behandelt werden, denn jeder Mensch ist in seiner Art besonders. Für uns zählt 100% der jeweilige Mensch, unabhängig von Körpergröße, Körpergewicht, körperlichen Beeinträchtigungen, Hautfarbe, Religion, Geschlechtsidentität oder Sexualität."

Was möchtet ihr abschließend noch mitgeben?

"Behandele jeden Menschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest. Es ist unermesslich wichtig, ein Zeichen gegen Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und für Akzeptanz und Toleranz zu setzen.
Danke an alle, die sich für die queere Community einsetzen."


Falls auch ihr euch verstärkt für die LGBTQIA+-Community engagiert, lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen oder schreibt uns eine Nachricht auf Instagram an @melationship.de – gerne könnt ihr uns auch mal mitteilen, welche weiteren Themen ihr euch hier auf dem Blog wünscht und ob ihr solche Gastbeiträge spannend findet! 
In dem Fall alles Liebe
das #TeamMelationship

2 Kommentare

Vanessa P. / SHOWGIRLS FRANKFURT

Ihr Lieben,
ihr habt es genau auf dem Punkt gebracht.
Ich finde es Klasse dass Ihr die Community in vieler Hinsicht so unterstützt und freue mich Euch bald wieder in eines der Veranstaltungen zu sehen für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz. Euer Chamäleon der Travestie. Vanessa P.

Henni

Danke für das tolle Engagement Familie Forsch! ☺️

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