Melationship Podcast #01 – Mein Beziehungsstatus

Herzlich willkommen zu einer neuen Podcastepisode. Ich freue mich so sehr wieder meine Gedanken und Gefühle über das Medium Podcast teilen zu können.

Und dieses Podcastprojekt wird sehr persönlich, sehr intim und auch poetisch. Ich bin auch sehr happy, dass ich mich dazu entschieden habe den Podcast nach meinem kleinen Corona-Baby zu nennen – nach „Melationship". Denn „Melationship“ ist ein Buch, ein Ratgeber, für Frauen*, den ich zu Beginn der Corona-Pandemie geschrieben habe. Und es geht darum, dass man lernt sich und seinen Körper besser kennenzulernen. Denn wenn man sich und auch die eigenen Bedürfnisse gut kennt, dann hilft einem das natürlich auch besser Beziehungen zu seinen Mitmenschen zu führen und aufzubauen. Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir in unserem Leben natürlich auch die meiste zeit mit uns selbst verbringen und deswegen ist es gar nicht mal so unwichtig, dass wir uns gut kennen und auch lernen uns zu akzeptieren und zu lieben – das ist im Zeitalter der digitalen Medien auch gar nicht mal so einfach. Ich habe einige spannende Gäste, mit denen ich über diverse Themen sprechen werde, aber auch viele persönliche Geschichten, die ich mit dir teilen will.

Ich dachte, ich gebe dir zu Beginn mal ein kleines Update zu meinem Beziehungsstatus, zu meinem Beziehungsstatus mit mir selbst, aber auch mit meinen Mitmenschen. Denn ich glaube die Coronazeit bzw. die aktuelle Zeit ist für uns alle eine Herausforderung. Ich muss gestehen, ich habe mich oft richtig einsam gefühlt, hatte öfter so eine kleine emotionale Achterbahn, auch damit dass ich das Gefühl hatte, ich bin nicht gut genug. Ich war öfter wieder sehr kritisch mit mir und auch nicht so gut zu mir selbst und auch nicht zu meinem Körper, weil ich immer mit mir selbst so hart ins Gericht gehe und anfange mich leider doch immer noch mal mit anderen zu vergleichen – was etwas ist, was ich so gerne ablegen würde, aber gar nicht so einfach geht.

Wenn es um die Beziehung mit anderen geht, gab es da auch einige Up’s und Down’s: Habe Menschen kennengelernt, habe Gefühle aufgebaut und auf einmal waren diese Leute weg. Auf der anderen Seite sind auch wieder Menschen in mein Leben gekommen, mit denen ich so überhaupt nicht gerechnet hätte, was mich ein bisschen aus der Bahn geworfen hat oder wo ich immer noch nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.

Ich habe tatsächlich die letzten Monate einfach mal entschieden mein Singlesein zu akzeptieren und nicht wieder auf die Suche zu gehen nach jemand Neuem. Deswegen habe ich auch meine ganzen Onlinerating-Apps gelöscht und bin gerade einfach single. Und das ist vollkommen ok! Ich möchte dir aber jetzt anhand eines kleinen Gedichts zeigen, wie das ganze zum Teil entstanden ist oder was auch dazu beigetragen hat. Denn ich denke, die Geschichte und das Gedicht, das ich gleich vorlese, ist etwas, womit sich vielleicht einige identifizieren können. Ich starte jetzt mal mit dem Gedicht und danach folgt noch ein kleiner Text dazu:

Weil meine Gefühle nicht erklären kann,
fang ich einfach zu Lächeln an.
Gemeinsam mit dir einzuschlafen
und eingekuschelt aufzuwachen.
Würde gerne mit dir tanzen gehen
und neue Orte gemeinsam sehen.
Aber meistens bin ich ein wenig naiv
und am Ende geht doch immer irgendetwas schief,
was ich bis heute nicht versteh’.
Ob ich och irgendein Detail überseh’
oder ob es einfach Schicksal ist,
das wieder mein Herz zerbricht?

Dieses Gedicht habe ich während der Corona-Pandemie geschrieben und während diesem Zeitpunkt was ich emotional sehr niedergeschlagen, ich war traurig, ich war einfach frustriert. Im Jahr 2020 bin ich frisch nach Berlin gezogen und habe da schnell aufregende Menschen und damit auch aufregende Männer kennengelernt, die mich schnell in ihren Bann zogen. Aber ich habe auch gemerkt, dass das Dating-Game in Berlin noch viel unverbindlicher ist als in Köln – das stellt mich doch manchmal auf die Probe!

Im Mai traf ich über eine Online-App eine Person, die ich schon kannte; nicht persönlich, aber aus der Onlinewelt. Er war zuckersüß und der Traum jeder Schwiegermutter, der trotzdem auch ein bisschen bad boy. Er war groß, muskulös und hatte Tattoos. Ich hatte das Gefühl, dass wir relativ schnell auf einer Wellenlänge waren. Unser erstes Date begann mit Jogginghose im Park und endete bei mir. Sieben Stunden saßen wir zusammen. Wir kamen uns immer näher, bis ich auf seinen Oberschenkeln saß und tief in seine Augen blickte. Wir küssten uns. Und dann war es einfach schon so spät, dass er entschied bei mir zu übernachten. Wir schliefen eingekuschelt zusammen ein. Ich war einfach hin und weg! Wir hatten schon erste Insiderwitze, machten zusammen Acroyoga, tranken am nächsten morgen gemeinsam Kaffee. Ich leite im sogar mein Lieblingsbuch, weil er mehr von „meinen Themen“ verstehen wollte.

Das nächste Date war mindestens genauso gut. Eigentlich wollten wir zusammen frühstücken, doch in der Nacht schrieb er mir schon, dass er gerne bei mir sein wollte und ich hatte das Gefühl, dass er das nicht mit mir schlafen wollte, sondern er einfach mit mir einschlafen wollte und gemeinsam mit mir aufwachen. Gesagt, getan. Es schien perfekt: Wir putzen zusammen Zähne, badeten gemeinsam, bereiteten Frühstück zu und aßen auf dem Balkon; wir genossen die Sonne, wie genossen die Zweisamkeit. Bis 15 Uhr blieb er, dann musste er beruflich weg und seitdem habe ich nicht mehr gesehen. Er hatte mir noch zwei mal danach geschrieben, aber irgendwann nicht mehr geantwortet. Bis heute verstehe ich nicht, was der Grund war, weshalb er mich nicht einmal eine Antwort dagelassen hat. Wenn ich alles gerade aufschreibe, schmerzt es noch ein wenig und ich fühle mich ein wenig so, als wenn ich nicht gut genug gewesen sei oder ich etwas geteilt oder getan habe, was ihm widersprach. Den eigentlichen Grund werde ich wohl nie erfahren.

Mittlerweile habe ich einfach abgeschlossen mit ihm. Natürlich hatte ich anfangs auch ein bisschen Schmerz und dachte ich könne keine weiteren Männer mehr kennenlernen. Es gibt passend dazu ein Sprichwort, wo ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob es tatsächlich stimmt, aber es kann schon ein bisschen zur Heilung beitragen: The best Way to get over someone is to get under someone. Und jetzt steht hier: „Und so ging meine Datingreise weiter.“ Eigentlich ist sie dann gar nicht weiter gegangen, weil ich dann einfach für mich gemerkt habe, dass dieses ganze „Daten“ frustriert. Vor allem diese Online-Plattformen, die einem das Gefühl geben, man ist alleine und braucht jemanden um komplett zu sein. Man verbringt Abende damit, um von link nach recht zu wischen, um mit Leuten zu schreiben, die am Ende doch nicht mehr antworten. Und es es am Ende – nicht wirklich verständlich aber – logisch, dass Leute einen ghosten, wenn man sie über Onlinedating-Apps kennenlernt, weil man hat ja gar keinen gemeinsamen Kontext. Man lernt sich einfach kennen und hat keine wahre Bindung zueinander, die man deswegen ja auch so leicht kappen kann. Das hat mich leider so frustriert, dass ich immer auf der Suche war und immer wieder neu Abende auf diesen Plattformen Verbacht habe, dass ich einfach mal Abstand gewinnen wollte. Das ist tatsächlich das, was ich die letzten Monate primär getan habe. Es hat so seine Vor- und seine Nachteile.

Mir hat es auf jeden Fall geholfen mein Singlesein zu akzeptieren und mich mehr mit mir zu befassen, sowie meine Abende anders zu gestalten. Indem ich Zeit mit meinen Herzenswünschen verbracht habe oder tatsächlich auch mal wieder ein Buch gelesen habe. Klar, gibt es auch viele Momente, wo man sich einsam fühl, wo man vielleicht doch einen kleinen Zwischenfall hat und eine diese Apps runterlädt, und dann aber doch wieder merkt, dass es einem am Ende doch nicht so viel gibt. Ich glaube, dass ist etwas wo wir in unserer Generation auch sehr stark aufpassen müssen, dass wir uns nicht zu sehr von den sozialen Medien einnehmen lassen. Denn wir sind gerade in einer Zeit, oder auch gerade durch die Soziale Medien, so vernetzt wie noch nie und trotzdem fühlen sich die 19- bis 25-jährigen unglaublich einsam. Das ist doch absurd! Da sollte man wirklich etwas gegen ändern. Die Lösung ist nicht auf Instagram, Tinder und Co unterwegs zu sein, sondern mehr im realen Leben. Wo das alles dann jetzt so hingehen wird, das werde ich in den nächsten Folgen mit dir teilen. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr über Social Media und Einsamkeit mit dir sprechen, aber auch darüber, wie wichtig es ist, sich und seinen Körper zu entdecken. Damit wird es auf jeden Fall sehr, sehr intim und ich freue mich total und bin gespannt, wie dir dieses Format gefällt. Auch in der Kombination aus Texten und Gedichten und freue mich, dass du dabei bist.

Hab noch einen wunderschönen Tag oder Abend, lass auch gerne eine Bewertung da, du kannst bei iTunes meinen Podcast bewerten oder auch bei Instagram eine Direktnachricht schreiben, das würde mich auch sehr, sehr freuen. 

Na dann: Bis zum nächsten mal. Tschüss

eure Diana

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Mehr Inhalt zu den einzelnen Themen findet ihr selbstverständlich in unserem Buch "Melationship – Eine Beziehung mit mir". Das finde ihr, ebenso wie das zugehörige Workbook mit wertvollen Fragen zur Selbstreflexion deiner Melationship, in unserem Shop – wir wünschen ganz viel Freude beim Lesen & Bearbeiten.

Pssssst.... Unseren Podcast "Melationship" findet ihr auch auf Spotify, Deezer, Google Podcast, iTunes, etc. 

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